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Nadja und Daniele «ESUUBI»

Aktualisiert: 31. Mai 2023

Liebes PASTARAZZI Team

Herzlichen Dank für die Möglichkeit, unser Herzensprojet ESUUBI in eurem Blog etwas näher vorzustellen 😊


In unserer Rubrik "Andersch Gueti Lüüt" möchten wir Freunden, Partnern, Verbündeten etc die Gelegenheit bieten, sich und ihre Projekte vorzustellen. Für Bild & Text sind die Teilnehmenden selbst verantwortlich...


Wir, Nadja & Daniele, durften vor 3 Jahren in eine für uns komplett fremde Welt eintauchen und während 8 Wochen das ESUUBI Projekt in Kyabirwa, am Fusse des Nils in Uganda, unterstützen. Das Projekt wurde im 2015 von Happy, einer jungen, afrikanischen Frau, gegründet als ihr ein HIV positiv getestetes Geschwisterpärchen anvertraut wurde. Inzwischen konnte Happy ein liebevolles Zuhause für 18 Heimkinder schaffen, sowie eine kleine, lokale Schule für rund 80 Schüler zwischen 6-15 Jahren aus dem Dorf gründen.


Wir möchten euch einen kleinen Einblick in die täglichen Aufgaben und Gedankengänge während dieser wertvollen Zeit geben. Die Freiwilligenarbeit bestand hauptsächlich darin, bei den täglichen Arbeiten mitanzupacken. Angefangen frühmorgens, als Feuer am offenen Kamin geschürt wurde, um das Frühstück vorzubereiten. 20 Teller Porridge (geschmacksneutrales Maismehl in kochendem Wasser angerührt) für alle Kids sowie für die Helfer. Einmal wöchentlich gab es zusätzlich als Highlight frisch gepflückte Avocados vom Nachbarsgarten oder Marktbananen dazu.

Beim anschliessenden Abwasch mussten wir schon sehr bald unseren westlichen Hygienestandard gedanklich umstellen. Gallenseife, ein 2-3-Wochen alter Schwamm, sowie 2 Becken mit kaltem Wasser mussten ausreichen, das ganze Plastikgeschirr und die Töpfe zu reinigen. Meist halfen 5-6 Kids schon ab 2.5 Jahren abwechslungsweise routiniert mit, diese fast schon vergleichbare Fabrikfliessbandarbeit zu erledigen – allzeit bereit, sich mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht gegenseitig anzuspritzen.


Kurz danach ging es in Richtung Schulhaus. Ein Abstecher ins «Lehrerzimmer», wobei wir «Lehrer» die Bücher erhielten, um uns auf die kommenden 5 Schulstunden vorzubereiten, welche 10 Minuten danach begangen. Nach der ersten Woche forderten wir, die Bücher wenigstens am Abend vorher zu erhalten, um uns etwas besser auf die Stunden vorbereiten zu können 😉


Der Unterricht begann je nach Klasse unterschiedlich. Bei den Kleinen vergingen die ersten 20 Minuten damit, persönliche Schulhefte, Bleistift und Radiergummi zu verteilen. Bei den grösseren Kids ging alles etwas schneller. Danach wurde eine Seite im Unterrichtsbuch aufgeschlagen und so gut wie möglich unterrichtet. Die Schule bestand aus 6 Primarklassen und 3-4 lokalen Lehrern, je nachdem, wieviele Volunteers gerade mithalfen. Trotz ziemlich chaotischem Schulalltag waren die Kids sehr wissbegierig und motiviert, zur Schule zu kommen.

Viele Familien mit bis zu 10 Kindern können es sich häufig nicht leisten, alle Familienmitglieder auf öffentliche Schulen zu schicken. Die ESUUBI Schule ermöglicht es, diesen Kindern aus dem Dorf eine Schulbildung zu ermöglichen. Auch wenn sie in unseren Augen qualitativ nicht ausreicht, erhalten die Kids zumindest eine Basis im Lesen, Schreiben und Allgemeinwissen. Diese Erkenntnis half, die etwas frustrierende Anfangsphase zu überstehen und den Kids in der kurzen Zeit möglichst viel beizubringen.


Spätnachmittags ging es zurück ins Kinderheim. Hausaufgaben, Lesen, Malen und Spielen war angesagt, bevor das Abendessen vorbereitet wurde. Meist wurde ein leckeres Eintopfgericht serviert, aus Bohnen, Linsen und Gemüse, pikant gewürzt mit Curry und Kurkuma. Die Beilage; das geschmacksneutrale Maismehl vom Morgen, dieses Mal zu einem festgekochten Brei zubereitet, welcher «Posho» genannt wird. Die Kinder lieben es – uns wurde es nach einigen Wochen dann doch zu einseitig und wir freuten uns ausserordentlich, wenn mal Reis, Kochbananen oder Süsskartoffeln aufgetischt wurde.


Die Wochenenden verliefen meist unterschiedlich. Mal ging es an den Secondhand-Markt in Jinja um die Garderobe der Kids aufzufrischen (T-Shirts für umgerechnet 5 Cents, Wahnsinn!) und um Medikamente und Schulsachen zu besorgen. Mal war Waschtag. Auch hier kamen die Gallenseife und die Waschbecken mit kaltem Wasser zum Einsatz, dazu die unglaublich starken Finger der Damen (meine Finger schmerzten nach 3 Kleidungsstücken, was mir zahlreiches Gelächter eingebracht hatte). DVD Abende waren hoch im Kurs. Meist kauften wir im Piraten-Geschäft am Markt 3-4 Filme für wenige Cents, da bestimmt die Hälfte der DVD’s unbrauchbar waren, wie sich Abends jeweils zeigte. Wenn der Laptop nach lautem Surren ansprang sowie der uralte Beamer funktionierte (sofern es im Dorf überhaupt Elektrizität gab), scharten sich alle Kids am Boden auf rund 9 m2 zusammen und verfolgten den Trickfilm mit grossen Augen, teilweise mucksmäuschenstill oder mit lautem Gelächter. Heartmelting… <3 Einmal im Monat ging es zur Kirche im Nachbarsdorf. In einem 12-Personen Transporter zusammengepfercht hielten wir vor dem eleganten Gotteshaus. Der Gospelgesang war grossartig, wenn auch nicht ganz so feudal, wie es in den Filmen gezeigt wird. Aber es wurde definitiv mit weitaus grösserer Begeisterung und Überzeugung gesungen, als wir es aus unseren Kreisen kennen. Die darauffolgende Predigt war in unseren Augen sehr konservativ und sehr lang, weshalb wir es bei einem einmaligen Kirchenbesuch beliessen 😊

Wir könnten noch hunderte Erlebnisse dieser einzigartigen Zeit schildern, welche uns in vielerlei Hinsicht auch im heutigen Alltag, drei Jahre danach, so enorm geprägt hat. An dieser Stelle möchten wir jedoch ein HERZLICHES DANKESCHÖN an PASTARAZZI aussprechen, für die Spende an ESUUBI aus dem ANDERSCH-GUET Topf. Wir haben uns riesig gefreut, dass dem Projekt ein finanzieller Zustupf ermöglicht wurde.


Falls ihr das Projekt ebenfalls unterstützen möchtet, habt ihr die Möglichkeit vor Ort Freiwilligenarbeit zu leisten oder einen Spendenbeitrag zu überweisen.



Herzlichen Dank & liebe Grüsse Nadja & Daniele






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